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16.04.2010 20:54

50jährige Mauersegler-Kolonie wird bei Bunkersanierung gerettet

Von: Geschäftsstelle

Bremen - Artenschutz und Sanierung gehen zusammen. Ein Bunker in Bremen- Walle ist einer der letzten in der Stadt, bei dem die Lüftungsschächte im Laufe der Jahrzehnte noch nicht verschlossen wurden. Sie dienten so circa 20 Paaren des Mauerseglers in vielen Generationen als Brutplatz. Nun wird der Bunker für Proberäume für Musikbands ausgebaut, doch die Kolonie der gesetzlich besonders geschützten Vögel wird vom privaten Eigentümer und der Karl Kaus Stiftung gerettet, so wie es das Bundesnaturschutzgesetzt vorschreibt.

Die Nisthilfen werden am Bunker in ca. 15 m Höhe nahe den alten Brutplätzen montiert (c) H. Kunze

26 Nistkästen sowie gleich noch zwei Fledermaus-Ganzjahresquartiere wurden am 15. April 2010 in luftiger Höhe am Betonkoloss montiert. Möglich geworden ist diese Rettungsaktion durch eine vorbildliche Zusammenarbeit von vielen Akteuren. Der Eigentümer des Bunkers wandte sich an die Karl Kaus Stiftung im Rahmen des vom Bremer Umweltsenator geförderten Projektes "Schutz von an Gebäuden brütenden Vogelarten in Bremen". Die Bremer Polizei erließ die Gebühren für die Parkplatzabsperrung und AVB Absperr- und Verkehrstechnik Bremen GmbH sperrte kostenlos ab, damit die Firma Willenbrock Arbeitsbühnen GmbH & Co. KG mit einem Arbeitsbühnen-Lkw zur Montage vorfahren konnte. Die Firma Willenbrock verzichtete nicht nur auf die Miete des Wagens, sondern setzte sich auch tatkräftig vor Ort bei den rund acht Stunden dauernden Arbeiten mit ein.

Ein Positivbeispiel für Sanierungen, bei denen die Vögel ansonsten immer mehr Lebensraum verlieren. Es herrscht Wohnungsnot, weil Nischen an Fassaden und im Dachbereich abseits des öffentlichen Interesses zunehmend verschlossen werden oder gar nicht mehr entstehen. Die Einhaltung des Artenschutzes ist zwar bei allen Sanierungen verpflichtend, findet aber meist aus Unkenntnis über die Sachlage keine Beachtung. Die Karl Kaus Stiftung will mit der Rettungsaktion am Bunker das Thema in das öffentliche Interesse rücken und bietet Beratung an.