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17.08.2012 11:28

Auftaktveranstaltung erfolgreich: Eine Allianz zwischen Naturschutz, Landwirtschaft und Wasserwirtschaft – Wasserrückhaltung im Einzugsgebiet der Elbe

Mit großem Interesse sind etwa 60 Gäste der Einladung der Karl Kaus Stiftung für Tier und Natur zur Auftaktveranstaltung am 28. Juni 2012 auf der Burg Lenzen gefolgt.

Weißstörche auf Nahrungssuche an der Elbe (c) Projektbüro Mittlere Elbe

Joachim Seitz, Vorsitzender des Vorstandes der Karl Kaus Stiftung, begrüßte Gäste und Referenten. Er machte in seinen Ausführungen deutlich, warum sich die Stiftung für das Thema Wasserrückhaltung besonders stark macht und die Trägerschaft für dieses langfristig angelegte Projekt übernimmt. Wasserlebensräume sind wegen der Übernutzung der Landschaft, und auch wegen der zu erwartenden Klimaveränderungen, zunehmend bedroht. Hier gilt es, die beteiligten Fachdisziplinen, insbesondere die Landwirtschaft, die Wasserwirtschaft und den Naturschutz, erfolgreich zusammenzubringen.

Das Projekt wird mit 170.000 € von der Allianz Umweltstiftung für die Baumaßnahmen und mit 125.000 € von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) für fachliche Betreuung und Öffentlichkeitsarbeit unterstützt.

Peter Wilde, Allianz Umweltstiftung, hob in seinem Grußwort die gute bisherige Zusammenarbeit mit der Karl Kaus Stiftung hervor. Für die Allianz Umweltstiftung war in der Förderzusage entscheidend, dass das Projekt sehr umsetzungsorientiert angelegt ist. Mit einer Fülle von konkreten Maßnahmen, ca. 30 geplante Baumaßnahmen, soll eine Verbesserung der Lebenswelt wasserabhängiger Arten erreicht werden.

Dr. Volker Wachendörfer, Deutsche Bundesstiftung Umwelt, verdeutlichte, dass die erfolgreiche Umsetzung wasserwirtschaftlicher Projekte im Bezug auf die Situation für die Artenvielfalt besonders wichtig ist. Sie haben damit auch immer eine Vorbildfunktion für Nachfolgeprojekte.
Die Vorstudie zu diesem Projekt mit dem Namen „Aktionsplan Weißstorch im Dichtezentrum Elbe“ in der damaligen Trägerschaft des Storchenhofes Loburg hatte bereits die DBU gefördert. Sie übernimmt daher gerne auch die anteiligen Kosten für die fachliche Betreuung des Folgeprojekts.

Projektkoordinator Eckart Krüger, Projektbüro Mittlere Elbe der Karl Kaus Stiftung, stellte das ambitionierte Vorhaben im Dreijahreszeitraum vor. Das Projektbüro kann auf einen großen Erfahrungsschatz in der Umsetzung wasserbaulicher Projekte im Sinne des Naturschutzes zurückgreifen. Dabei ist der persönliche Kontakt zu den vielen Akteuren und Projektpartnern von besonderer Bedeutung. Gerade bei der Umsetzung der Wasserbaumaßnahmen kommt es auf Vertrauen und Erfahrung besonders an.

Anschließend referierten Vertreter der drei beteiligten Fachdisziplinen: Jürgen von Haaren (Landwirtschaftkammer Hannover) sowie Magnus Wessel (BUND Bundesverband, Fachgruppe Naturschutz) stellten das Thema Wasserrückhaltung und nachhaltiges Wassermanagement aus ihrem Blickwinkel dar. Es können sich durchaus gemeinsame Interessen entwickeln, wenn es um die richtige Bewirtschaftung der voraussichtlich schwierigeren Verhältnisse des Wasserdargebots gehe. Es ist – wie häufig – eine Frage einer abgestimmten Koordination und geeigneter lokaler Voraussetzungen.
Die Wasserwirtschaft hat diese koordinierende Funktion oder sollte sie zumindest haben. Aus Sicht der Unterhaltungsverbände liegt dazu ein Vortrag des WBV Prignitz in einer Power Point Version vor. Leider konnte der Vertreter des Unterhaltungsverbandes nicht persönlich teilnehmen.

Interessante „Best Practice“-Beispiele stellten Julia Jacobsen, Leiterin der Integrierten Station Eider-Treene-Sorge und Westküste in Bergenhusen, und Fred Baumannn, Leiter des Naturparks Drömling, vor.

Eine Exkursion in das nahe bei Lenzen liegende Rambower Moor rundete die Auftakttagung ab. Im Rambower Moor soll durch aktiven Anstau und Wiedervernässung die weitere Zersetzung des trockenen Moorkörpers gestoppt und ein Moorwachstum wieder angeregt werden.

Projektträger: Karl Kaus Stiftung
Ansprechpartner: Karl Kaus Stiftung, Projektbüro Mittlere Elbe, Dipl.-Ing. Eckart Krüger, Tel. 05848 - 98 15 40, E-Mail: projektbuero(at)karl-kaus-stiftung(.)de

Projektpartner: Förderverein Storchenhof Loburg e. V., Trägerverbund Burg Lenzen (Elbe) e.V.