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Gartenrotschwanz in der Schlagfalle der Wilderer

Millionen Zugvögel werden immer noch alljährlich getötet, insbesondere in einigen südeuropäischen Ländern. Europas Zugvögel sind jedoch das Naturerbe aller Menschen. Der egoistische, massive Fang gefährdet dieses Erbe und steht im Widerspruch zu den Schutzbemühungen, die den bei uns bedrohten Arten helfen sollen.

 

Die Küsten Süditaliens sind im Frühling, wenn die vom Rückflug aus Afrika über das Mittelmeer erschöpften Zugvögel hier das erste Mal auf Land treffen, ein Brennpunkt der Wilderei. Die ermüdeten Tiere fliegen flach und sind auf verzweifelter Suche nach Nahrung. Wilderer machen sich die Situation zunutze und stellen mit Mehlwürmern beköderte Fallen und Netze auf oder lauern an künstlichen Teichen und entlang von Küstenklippen den Tieren mit Flinten auf.

Die Karl Kaus Stiftung unterstützt das Komitee gegen den Vogelmord e. V. bei seiner Arbeit für einen besseren Zugvogelschutz im Mittelmeerraum. Das Komitee führt in jedem Frühling mit unserer finanziellen Unterstützung drei Vogelschutzcamps im Süden Italiens durch:

Projekt 1: Ponza und Ischia: Fallenstellern auf der Spur

Gartenrotschwanz in der Schlagfalle der Wilderer

In den Obst- und Gemüsegärten auf den Mittelmeerinseln Ponza und Ischia und an der Küste südlich von Neapel ist der Vogelfang mit Schlagfallen immer noch verbreitet. Vor allem Steinschmätzer, Braunkehlchen und Nachtigallen enden hier traditionell im Kochtopf. Jedes Jahr im März und April führt das Komitee gegen den Vogelmord hier mehrere Einsätze gegen die Wilderei durch. Mehr erfahren ...

Projekt 2: Caserta: Camorra und Vogeljagd

Wilderer werden ausfindig gemacht

In den Ebenen nördlich von Neapel, rund um die Kleinstadt Caserta, haben Jäger Teiche und Seen in Abschussanlagen für Wasservögel umgewandelt. Im Frühling, wenn die Jagd in ganz Italien offiziell ruht, vermieten lokale Kriminelle die Gewässer an gut zahlende Wilderer, die hier ungestört auf die Entenpirsch gehen können. Bislang jedenfalls. Mehr erfahren ...

Projekt 3: Straße von Messina: Sicherheitsdienst für Wespenbussarde

Mit Schrot auf geschützte Zugvögel

Die Straße von Messina – die Meerenge zwischen der Insel Sizilien und dem italienischen Festland – ist ein alter Brennpunkt der Wilderei in Italien. Die Jagd auf Greifvögel gehört hier zu einem uralten Männlichkeitsritual, zudem landen Wespenbussarde traditionell im Kochtopf. Während auf der sizilianischen Seite das Problem fast völlig unter Kontrolle ist, verstecken sich in den unzugänglichen Bergregionen Kalabriens immer noch viele Greifvogeljäger. Mehr erfahren ...