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Wilderer werden ausfindig gemacht

In den Ebenen nördlich von Neapel, rund um die Kleinstadt Caserta, haben Jäger Teiche und Seen in Abschussanlagen für Wasservögel umgewandelt. Im Frühling, wenn die Jagd in ganz Italien offiziell ruht, vermieten lokale Kriminelle die Gewässer an gut zahlende Wilderer, die hier ungestört auf die Entenpirsch gehen können. Bislang jedenfalls.

 

Seit dem Jahr 2013 ist das Komitee gegen den Vogelmord gemeinsam mit Kollegen der italienischen Tierschutzvereinigung ENPA (Ente Nazionale Protezione Animali) in Caserta im Einsatz. Um den Monatswechsel März/April werden die „Schieß-Teiche“ von besonders unerschrockenen Natur- und Tierfreunden kontrolliert. Sind die Anlagen in Betrieb, werden mit Video- und Fotokameras Beweise gesichert und die Polizei zu Hilfe gerufen. Das größten Probleme dabei sind nicht, dass die Teiche weiträumig eingezäunt und die Täter sehr aufmerksam sind. Die Grundstücksbesitzer, die die Gewässer vermieten, sind im Kreis der Camorra-Familien zu suchen. Sie sind nicht nur gefährlich, sondern haben es bislang verstanden, sich durch gute Kontakte zu den Behörden jeder Strafverfolgung zu entziehen. Lediglich gegen die aufgrund der Komitee-Hinweise erwischten Jäger wurden bislang Strafverfahren eingeleitet.

Seit 2014 werden die Bemühungen gegen die illegale Wasservogeljagd mit Hilfe der Karl Kaus Stiftung intensiviert. Die Vogelschützer hoffen, damit auch endlich den Eigentümern der Anlagen das Handwerk legen zu können.