Home
Geretteter Wespenbussard

Die Straße von Messina – die Meerenge zwischen der Insel Sizilien und dem italienischen Festland – ist ein alter Brennpunkt de Wilderei in Italien. Die Jagd auf Greifvögel gehört hier zu einem uralten Männlichkeitsritual, zudem landen Wespenbussarde traditionell im Kochtopf. Während auf der sizilianischen Seite das Problem fast völlig unter Kontrolle ist, verstecken sich in den unzugänglichen Bergregionen Kalabriens immer noch manche Greifvogeljäger.

Vogelschützer überwachen das Zuggeschehen
Wilderer mit Schrotflinte

Aber auch in Kalabrien, dem „Wilde Süden“ Italiens, haben viele Wilderer die Flinte an den Nagel gehangen. Nur einige hundert notorische Greifvogeljäger sind immer noch auf der Pirsch nach Wespenbussarden und anderen Krummschnäbeln. Dazu kommen Vogelfänger, die in Gärten und Olivenhainen mit Schlagnetzen Finken fangen.

Seit 1985 gibt es die Vogelschutzaktion in Kalabrien. Bis zum Jahr 2012 hat die Vogelschutzliga LIPU das Camp durchgeführt, im Jahr 2013 hat das Komitee gegen den Vogelmord die Leitung des Einsatzes übernommen. Jeweils zum Monatswechsel April/Mai beziehen zwei Wochen lang Komitee-Mitglieder Beobachtungsposten auf den Bergrücken und Küsteklippen rund um die Provinzhauptstadt Reggio Calabria. Von hier können sie fast alle Zugrouten der Greifvögel überwachen und schrecken alleine durch ihre Präsenz viele Wilderer ab.

Wer doch auf Bussarde oder Weihen schießt, läuft Gefahr, schnell erwischt zu werden. Die Staatliche Forstpolizei ist mit 20 Beamten und zwei Hubschraubern in der Region im Einsatz und steht in ständigem Kontakt zu den Vogelschützern. Wenn Abschüsse beobachtet werden, versuchen Polizei und Komitee-Mitglieder gemeinsam, die Täter ausfindig zu machen und inflagranti zu überführen. Diese massive Präsenz hat inzwischen zu einer erheblichen Beruhigung der Situation geführt.